Pilot-Projekt an der Burgsitzschule in Spangenberg

Nahezu flächendeckend sind Gewalt an Schulen und Cybermobbing immer häufiger an der Tagesordnung. Das geht auch an unserer Schule nicht spurlos vorüber und verlangt immer wieder angemessene und professionelle Reaktion von Schulleitung und Kollegium. Noch vor ein paar Jahren war das Kollegium der Meinung, dass präventive Bemühungen und bereits organisierte Angebote wie Klimatage im Jahrgang 5, Klassenrat in der Förderstufe, Klassenleiterstunde im Hauptschulzweig, das Busbegleiterprojekt und viele punktuelle Maßnahmen ausreichen würden.

Die Anhäufung von Vorfällen und das Aufdecken von Cybermobbing hat die Gesamtkonferenz vom 29.11.2012 zum Anlass genommen, ohne Gegenstimme im Rahmen eines Pilotprojektes ein umfassendes, alle Jahrgänge berücksichtigendes und aufeinander aufbauendes Konzept zu entwickeln, das geeignet ist, das Demokratielernen zu verankern und eine demokratische Schulkultur zu entwickeln, die über die Schule hinaus in die Gemeinde wirken soll.

"Wir wollen nicht mehr nur reparieren sondern lernen, besser vorzubeugen" formulierte unsere Schulleiterin.

Das Besondere an dem Projekt ist die Beteiligung der gesamten Schulgemeinde. Lehrer, Schüler, Eltern, Vereine wie der TSV, die Polizei, die Kirche und die Stadtjugendpflege sollen koordiniert an einem Strang ziehen. Diese Beteiligung nahezu aller Nahtstellen der Schulgemeinde macht auch erst die Förderwürdigkeit des Projektes aus.

Der Projektgedanke und der mögliche Ablauf sind in enger Zusammenarbeit mit der Projektleitung des Jugendbildungswerkes, Herrn Bürger,  entstanden. Durch diese gute Zusammenarbeit wurde auch der Weg zur Finanzierung durch entsprechende "Fördertöpfe" erleichtert.

Das Finanzvolumen des Kostenplans für die zur Projektdurchführung notwendigen Fortbildungsmodule und die damit verbundene Einbindung von externen Experten beläuft sich auf nahezu 20.000 €. Die Mittel kommen aus dem Bundesförderprogramm "Toleranz fördern-Kompetenzen stärken". Mittler dieser Finanzen ist der Schwalm-Eder-Kreis als lokale Koordinierungsstelle mit dem lokalen Projekt "Gewalt geht nicht". Da neben der Antragstellung durch unseren Förderverein auch eine Kofinanzierung Bedingung zur Aufnahme in das Bundesprogramm waren, haben sich der Förderverein unserer Schule und Schulelternversammlung bereit erklärt,  jeweils 1500 € in die Finanzierung einfließen zu lassen. Weitere 1500 € steuert die Schule aus den Mitteln zur Fortbildung des Kollegiums bei.

Es ist uns gelungen, mit Frau Christa Kaletsch und Herrn Stefan Rech zwei fachlich landesweit sehr geschätzte Experten zu gewinnen, die über langjährige Erfahrung bei der Qualifizierung, Beratung, Konzept- und Programmentwicklung in Schulen und pädagogischen Institutionen verfügen. An der Burgsitzschule wollen sie bereits entwickelte Inhalte aufgreifen und die gewachsenen Strukturen in der Schulgemeinde mit den bereits bestehenden externen Kooperationspartnern wahrnehmen und entsprechend fortentwickeln. Neue Entwicklungsfelder sollen entdeckt und entsprechend bearbeitet werden.

Das Ziel ist die Implementierung einer nachhaltigen demokratischen Schulkultur. In einem bisher einmalig breiten Spektrum an Beteiligten soll in Basisfortbildungen Grundlagenwissen vermittelt werden.  Methoden und Vorgehensstrategien in den Bereichen konstruktive Konfliktbearbeitung / Mediation, Antidiskriminierung, Umgang mit Heterogenität, Menschen- und Kinderrechten sind  Schwerpunkte.  In speziellen Fortbildungsmodulen werden spezifizierte und vertiefende Kenntnisse in den genannten Aktionsfeldern vermittelt werden. Eine Informationsveranstaltung für Eltern über das Thema "Cybermobbing" soll Eltern in die Lage versetzen, mit den Kindern in einen Austausch zu kommen und Verhalten einschätzen und positiv beeinflussen zu können.

In einer vorbereitenden Sitzung, an der alle oben genannten Vertreter der Schulgemeinde teilnahmen, haben  Frau Kaletsch und Herrn Rech in die Gruppe "hineingehorcht" um so möglichst passgenau für die Burgsitzschule den Auftrag zur Gestaltung des Pädagogischen Tages am 17. April mitzunehmen.

Der Pädagogische Tag als innerschulischer Auftakt zum Pilotprojekt fand wieder unter aktiver Beteiligung der Vertreter der Schulgemeinde statt. Stimmen am Ende des Pädagogischen Tages bezeugten, dass der Tag sich gelohnt habe, es mehr Klarheit über mögliche Zielsetzungen zur demokratischen Schulentwicklung gebe, die Abwechslung von Input und selbst Erarbeitetem genau richtig war, es Spaß gemacht habe, alle Teilnehmer sich am Prozess beteiligt gefühlt haben und immer an den eigenen Anliegen und Bedürfnissen der Anwesenden gearbeitet wurde.

Das Projekt ist anerkannt und die Fördermittel von ca. 14000.- € sind bereitgestellt.

Am Ende des Projektes wird eine Dokumentation erstellt, die es anderen Schulen erleichtern soll, ebenfalls ein solches Konzept zur Förderung einer demokratischen Schulkultur zu entwickeln.


W. Brietzke
-Pädagogischer Leiter-


 

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