Warum gibt es den Trainingsraum an der BSS?
Ein wichtiges Ziel der Pädagogik ist es, Schüler/innen zu eigenverantwortlichem Denken und Handeln anzuleiten, so dass sie u. a. lernen, die Rechte anderer zu respektieren und verantwortlich für sich und andere zu handeln. Schüler und Lehrer haben das Recht auf einen möglichst störungsfreien Unterricht. Unterrichtsstörungen sind für beide Seiten unangenehm und können den Unterricht bzw. das Lernen erheblich beeinträchtigen. Mit dem Trainingsraum gibt es eine Möglichkeit, Unterricht weitgehend störungsfrei durchzuführen. Dieser Raum steht Schülern zur Reflexion ihres Verhaltens zur Verfügung. Dort wird mit Lehrern, die eigens für solche Gespräche ausgebildet sind, problematisches Verhalten aus dem Unterricht reflektiert. Konsequenzen und Problemlösungen werden im Gespräch thematisiert. Das Konzept des TZR bringt also für Schüler und Lehrer einen großen Gewinn: Die Schüler lernen, dass sie über ihr Verhalten im Unterricht selbst entscheiden, also im Denken und Handeln eigenverantwortlich sind. Die Lehrkraft im Unterricht entscheidet nämlich nicht über den Gang zum Trainingsraum, sondern der Schüler selbst. Klassenregeln und Schulordnung unterstützen die Orientierung und Eigenverantwortlichkeit der Schüler. Regeln sind ein integraler Bestandteil des Trainingsraum-Programms.

 

Der Trainingsraum in der Praxis
In jedem Klassenraum hängen für alle sichtbar die gleichen Klassenregeln. In dem Moment, wo sich ein unterrichtender Lehrer aufgrund eines Regelverstoßes gestört fühlt, oder bemerkt, dass Mitschüler sich gestört fühlen, spricht er den störenden Schüler auf sein Verhalten an.

Es entsteht ein Frageprozess mit folgenden Leitfragen:


1. (L) Was tust du?
(S) Beschreibt sein Fehlverhalten

2. (L) Gegen welche Regel verstößt du mit deinem Verhalten?
(S) benennt die Klassenregeln

3. (L) Wofür entscheidest du dich?
a) für den Unterricht, also in der Klasse zu bleiben und weiterhin am Unterricht teilzunehmen
b) sofort in den Trainingsraum zu gehen

4. Bleibt der Schüler, erinnert ihn der Lehrer daran, was bei einer zweiten Störung passiert: Der Schüler hat sich dann automatisch dafür entschieden, in den TRZ zu gehen.

5. Erfolgt eine zweite Störung, holt sich der Schüler beim Lehrer einen Plan ab (gelber Zettel), wo u.a. das Fehlverhalten vermerkt ist, und begibt sich damit unverzüglich zum TRZ.

 

Im Trainingsraum trifft der Schüler auf eine Lehrkraft, die nicht in den Unterrichtskonflikt involviert ist. Zunächst kommen Schüler und Trainingsraumlehrer ins Gespräch und thematisieren die Störung aus Sicht des Schülers und des Fachlehrers. Es wird nach dem Grund der Störung gefragt. Im Anschluss erstellt der Schüler mit Hilfe des Trainingsraumlehrers einen Plan, wie er in Zukunft in einer ähnlichen Situation verfahren kann, ohne den Unterricht zu stören.


Die Vorteile des Trainingsraum-Konzepts

  • Der Schüler wird im Falle einer Unterrichtsstörung nicht einfach bestraft und im Anschluss mit seiner Sichtweise der Dinge allein gelassen. Im TRZ ist eine Fachkraft, die sich nur mit ihm beschäftigt, und das auf eine ruhige Art. Die Kompetenz des TR- Lehrers liegt u.a. darin sich auf den Schüler einzustellen, d.h. ihn zu verstehen, aber gleichzeitig auch das Gespräch so zu leiten und zu strukturieren, dass der Schüler sich seines Verhaltens bewusst wird.
  • Es wird bei der Planerstellung auf eine Verhaltensänderung hingearbeitet.
  • Der Unterricht wird geschützt, indem Konflikte zwischen Schülern und Lehrern, oder auch zwischen Schülern untereinander räumlich nach außen verlagert werden.
  • Schüler haben die Möglichkeit offen über Probleme zu sprechen, die sie schon länger mit sich herumtragen und die auch Grund für Fehlverhalten sein können.
  • Unterrichtswillige Schüler werden unterstützt, Störungen gehen nicht mehr auf ihre Kosten.
  • Die Lehrer erfahren Konfliktentlastung, was zu einem entspannteren Unterricht beiträgt.

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